Zero Impunity

Seit Jahrhunderten hat sexueller Missbrauch in Kriegsgebieten verheerende Konsequenzen für die Betroffenen und ihr Umfeld – während die Täter*innen beängstigend oft durch Immunität geschützt und ungestraft bleiben. «Zero Impunity» (zu Deutsch: «die Straflosigkeit beenden») ist ein globales Transmedia-Projekt der Brüder Blies, das diesem Missstand ein Ende setzen will. Als «Waffe» setzt das Projekt auf die Animation: Der Anidoc ist das Herzstück der Bewegung. Dabei beschränkt sich der Film nicht auf Berichte über bekanntere Krisenregionen wie in Zentralafrika oder Syrien, sondern zeigt ebenso Beispiele aus Ländern wie der Ukraine oder den USA. Auch wird nicht nur die sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder thematisiert. Die Regisseure Nicolas Blies, Stéphane Hueber-Blies und Denis Lambert lassen auch männliche Gewaltopfer zu Wort kommen. Das Filmteam interviewte dafür Betroffene und deren Familien, aber auch Psycholog*innen, Reporter*innen und Helfer*innen.
«Zero Impunity» ist unterteilt in Kapitel, die sich jeweils einer Geschichte widmen. Er beginnt mit Nora, einem 11-jährigen Mädchen, das in Gefangenschaft genommen wurde, um ihren Vater unter Druck zu setzen. Nach ihrer Freilassung sprach sie nicht mehr und ertrug die Nähe von Männern nicht, nicht einmal die ihres Vaters oder Onkels. Was diesem Mädchen angetan wurde, wird nicht nur sie ihr Leben lang begleiten, sondern wirkt sich auf ihre Familie und das gesamte Dorf aus. Aus diesem Grund wird sexuelle Gewalt von manchen als «radioaktiv» bezeichnet: Ihre Wirkung verbreitet sich, ohne dass jemand etwas dagegen tun kann.
Durch die Kombination von animierten Interviewsequenzen zu Vorfällen sexueller Gewalt mit investigativem Journalismus gelingt es «Zero Impunity», den Betroffenen eine Stimme und ihren Geschichten ein Gesicht zu geben und dabei ihre Anonymität zu wahren. Es ist der erste Langfilm der Blies-Brüder, die mit einem Mix aus traditionellem Kino und neuen Medien engagierte Social-Impact-Filme machen. «Zero Impunity» war dieses Jahr in Annecy einer der nominierten Langfilme im Contrechamp-Wettbewerbsprogramm.

  • RegieNicolas Blies, Stéphane Hueber-Blies, Denis Lambert
  • LandFRLU
  • Produktionsjahr2018
  • Laufzeit1 Stunde 35 Minuten
  • Sprache (Untertitel)Französisch (Englisch)
  • Altersfreigabe14+